Geschichte des VÖAFV Fischereiverein Wieselburg

 

Die Anfänge der Sektion Wieselburg des Verbandes der Österreichischen Arbeiter-Fischerei-Vereine reichen bis in die Nachkriegszeit zurück. Im Jahre 1947 schloß sich eine Gruppe begeisterter Fischer unter der Leitung des Werkmeisters der Brauerei Wieselburg, Franz Stadler, zu einer Sektion zusammen. Nach dem Schreiben der Sicherheitsdirektion für Niederösterreich hinsichtlich Nichtuntersagung (nach dem Vereinsgesezt) vom 19.5.1947 erfolgte die Gründung der Sektion Wieselburg in der Versammlung vom 30.5.1947. Der Beitritt zum Verband der Österreichischen Arbeiter-Fischerei-Vereine fand mit Wirkung vom 1.1.1948 statt. Leider liegen aus diesen Zeiten nur mehr wenige Unterlagen vor, so gehofft werden muss, dass - auf Grund der mühsamen Recherchen - der Erstellung einer Jubiläumsschrift doch Genüge getan werden konnte.

Der erste Vorstand lautete wie folgt:

 
Obmann Franz Stadler (Obmann bis 1951)
Obmann-Stv Johann Doll (später Obmann von 1951 bis 1956)
Kassier Johann Engl  
Schriftführer Johann Baier  

In den nächsten 50 Jahren sollten die weiteren - jetzt nicht mehr aktiven nachstehenden Damen und Herren (in alphabetischer Reihenfolge) - die leider zum Teil bereits verstorben sind, mehr oder weniger lang, in den verschiedensten Funktionen im Sektionsvorstand vertreten sein:

 

  • Antes Leopold
  • Becksteiner Leopold
  • Eberhart Martin
  • Franz Josef
  • Gröber Alois
  • Grant Johann
  • Haas Hermine
  • Haas Johann
  • Hauer Florian
  • Herzog Michael
  • Hincziza Anton
  • Hödl Siegfried sen.
  • Hödl Siegfried jun.
  • Jäschke Karl sen.
  • Jäschke Karl jun.
  • Janny Hans
  • Kaltenbrunner Günther
  • Kastenberger Karl
  • Klecker Franz (Manfred)
  •  
  • Lai Adalbert
  • Moschinger Herbert
  • Moschinger Johann
  • Nemecek Helmut
  • Parb Leo
  • Pils Engelbert
  • Sauer Hermann
  • Schenkermayer Alexander
  • Schreder Franz
  • Stamminger Otto
  • Stumvoll Johann
  • Spreitzhofer Ernst
  • Thomas Dieter
  • Trost Johann
  • Wagner Johann
  • Zehetgruber Hermann
  • Zeilerbauer Leopold
 

Auch Kollmer Franz, der allerdings nie Mitglied des Sektionsvorstandes war, hat sich große Verdienste um die Sektion Wieselburg erworben.

Am Anfang war die größte Schwierigkeit überhaupt ein Revier zur Ausübung der Fischerei zu finden. Erst durch das gute Einvernehmen mit der damaligen Führung der Sektion Ybbs konnte eine - allerdings erst nach vielen Bitten und großem persönlichen Einsatz zugestandene - nur sehr geringe Anzahl von Donau- bzw. Ybbs-Lizenzen dieser Sektion an Mitglieder aus Wieselburg und Umgebung vergeben werden. Mit diesen wenigen Lizenzen mußte sich die Sektion Wieselburg lange Zeit begnügen, so daß viele begeisterte Fischerkollegen aus Mangel an Fischwasser abgewiesen werden mußten und sich in Folge anderen Vereinen der Umgebung - wie eben z.B. Ybbs/Donau - anschlossen. Diese Verhältnisse waren keine günstigen Voraussetzungen für die Erweiterung der Sektion und trugen auch nicht zum Selbstbewußtsein der Wieselburger Fischer bei. Dem Versuch, die naheliegenden Gewässer Große und Kleine Erlauf oder auch Donau-Reviere zu pachten, war trotz langjährigen Bemühungen und Verhandlungen mit den kompetenten Verwaltungen vor allem aus finanziellen Gründen kein Erfolg beschieden. Schließlich bot sich nach langjähriger Wartezeit die Chance, einen ausgebeuteten und ausgebaggerten Schottertzeich in der Nähe von Petzenkirchen, den heutigen Breiteneicher Teich, zu erwerben. Vorerst durch Initiative von Franz Schreder und Obmann Hödl Siegfried sen. wurden Vorverhandlungen mit dem Besitzer des Teiches, Herrn Riegler, eingeleitet. Nach Zusage des Besitzers wurde die Verbandsleitung in Wien von der Möglichkeit des Ankaufes dieses Gewässers in Kenntnis gesetzt und nach Prüfung der angegebenen Rahmenbedingungen wurde der Verbandsvorstand von Obmann Siegfried Hödl sen. überzeugt, den Ankauf durchzuführen und diesen Teich der Sektion Wieselburg zur Betreuung zu übergeben.

Um die Fischerei populär zu machen, wird bei der NÖ. Landwirtschaftsmesse (Wieselburger Volksfest) mit der Messeleitung unter Messepräsident KR Karl Böhm - mit Volksfestpräsidenten Frank - alljährlich eine Aquarienschau veranstaltet. Für diese Fischaustellung, die beim Publikum großen Anklang findet, zeichnet die Sektion Wieselburg als Aussteller. Das Bestreben der Sektion geht dahin, dem breiten Publikum - vor allem der diesbezüglich bereits hoch sensibilisierten Jugend - heimische und schützenswürdige Fischarten vorzustellen und näherzubringen. Eine Neugestaltung und Modernisierung der Aquarienanlage wäre mittlerweile höchst notwendig und wünschenswert.

Wertvolle Beiträge und Hilfestellung erfolgten vor allem durch die Fischzucht Feldmühle (Brunnthaler/Beierl), die Fischzucht Kreuzstein-Scharfling (Dr. Jagsch/Pfeiffer/Kletzl), die Erlauf-Fischer (Bürzl), die Fisch- und Krebszucht Lunz (Ing. Hager/Pekny), die Störzucht Waldhausen (Hader/Hochleitner), die Fischzucht Kupelwieser Lunz (Lanzenberger/Aigner), die Fa. Zoo-Czeck, Hadwiger Ernst, Fischzucht Haimel-Traismauer, Fz. Czihak/Albrecht, Krenn Anton, F. Gruber, Stock Max, Kemetmüller Franz und vielen anderen Einzelpersonen, Vereinen und Sektionen, deren vollständige Aufzählung hier einfach nicht möglich ist.

Jahrelang ergänzt durch eine Fischereiausstellung mit Trophäenschau (unter anderem mit Fa. Hofinger, Steyrmühl/Burda/Dorninger/Fa. Lindwurm/Fa. Koprax/Fa. Tagger), die nun dem Platzmangel hinsichtlich Ausstellungsfläche bzw. der enormen zeitlichen Belastung der Sektionsvorstandsmitglieder zum Opfer fallen mußte.

Auch das Fischerei-Gschnas im Gasthaus Wurzer, Neumühl, war 10 Jahre lang (von 1975 - 1984) eine große Attraktion für die Ball-Besucher.

Den Platz als derzeit wichtigste Veranstaltung hat der alljährliche "Tag der Offenen Tür" am Breiteneicher Teich - das allseits beliebte und bekannte Fischerfest - welches mit einem überregionalen "Allgemeinen Fischen" verbunden ist, übernommen. Dieses Fest findet immer am Sonntag vor dem 15. August (Maria Himmelfahrt) statt.

Neben der ständigen Erweiterung des Reviers Breiteneicher Teich durch Baggerungen nach Grundankäufen von den Familien Riegler, Maier, Haubenberger, Ing. Buck, Lasselsberger Leopold/Maria und der Firma Lasselsberger GesmbH (später Fa. Wopfinger) haben vor allem die Errichtung der Fischerhütten (Holzspende durch Gastwirt Mayrhofer Heinz, Petzenkirchen, und der kräftigen Mithilfe von Gastwirt Wurzer Anton, Neumühl) in den Jahren 1969/1970 und der ab 1990 mit großem Elan eingeleiteten Verbesserung der Infrastruktur durch Zuführung von Strom und Wasser, Asphaltierung der Zufahrt, Errichtung eines WC´s und der Gestaltung des Teichgeländes durch Bepflanzung und die Errichtung eines Biotopes hohen Anteil an der ständig steigenden Beliebtheit des Breiteneicher Teiches und somit auch der Sektion Wieselburg. Auch "Teich-Lady" Paula Ebner, Otto Stamminger, Hablecker Herbert, Franz Josef, Nemecek Johann, Maitz Anton und viele andere Fischerkollegen haben sich diesbezüglich große Verdienste erworben. Für die gute Zusammenarbeit bei den zahlreichen Baggerungen und Sanierungen ist vor allem Herrn Prok. Lasselsberger Franz samt seinen Mitarbeitern und der Fa. Wopfinger zu danken. Aus einer "Mondlandschaft" wurde ein respektables Naturgebiet aus - zugegeben - "zweiter Hand". Ein vor allem qualitativ und quantitativ hochwertiger Fischbesatz rundet das Bild - vor allem für den aktiven Fischer - zusätzlich positiv ab. Dies zeugt vor allem deutlich die Herkunft der Lizenznehmer, die bereits ein Gebiet von Linz bis Wien (West/Ost) und Laimbach/Waldviertel bis Frankenfels (Nord/Süd) abdecken.

Die guten Verbindungen zu Freunden aus Oberösterreich wie z.B. bereits seinerzeit zum legendären Revierbesitzer Kroiss Heinrich (Neuhofen/Krems) und Willi Gartler, Moser Gustav, Jirouch Ludwig, den Vereinen SK VOEST - Sektion Sportfischer - und der VÖAFV Sektion Krenglbach (Obmann Ortner) bringen uns wertvolle überregionale Kontakte. die sorgsame Pflege wichtiger persönlicher Beziehungen zum Verkehrsverein und zur Messeleitung Wieselburg (KR Karl Böhm, Gerhard Daurer, Roher Werner, Baumgartner Franz, Roher Herbert und Duda Franz und den zahlreichen weiteren Mitarbeitern), der Stadtgemeinde Wieselburg (Bürgermeister RR Sedlmayer Leopold/BR Hager Karl/nun Labg. Mag. Leichtfried Günther samt allen Stadt- und Gemeinderäter und Bediensteten), den Bezirkshauptmannschaften Scheibbs (HR Dr. Panzenböck/F. Kemetmüller) und Melk (HR. Dr. E. Mayerhofer/Mödlagl) der Brauerei Wieselburg (Dir. Böhm Karl/Dir. Zwiefelhofer/K. Kirchweger/Fa. Wieland/Haller/ Betriebsrat Angestellte und Arbeiter - ZBRO Pichler J./Ebner E./Scheuchelbauer J.), den Gemeinden Wieselburg-Land (Bürgermeister Glösmann/nun Ing. Braunshofer), Petzenkirchen (Bürgermeister Potzmader/Sperl-Salzmann/nun Lisbeth Kern) und Bergland (Bürgermeister ÖR Wieser/Wippel/Pabst), den Banken Volksbank Ötscherland und Raiffeisenbank im Erlauftal, sowie der Jägerschaft (NÖ. Landesjagdverband/ Bezirksjägermeister Prof. DI. G. Hilscher/ Jagdl. Fizthum/ Antes J.), den Gendarmerieposter Erlauf und Wieselburg, der Verbandsleitung des VÖAFV (Dr. Kostelka/ Zabka/Schatzl/OsenR. Dr. Vorrath/OSR. Dr. Röder/seinerzeit L. Rynda/Vorstandsmitglieder Sekretariat) und der NÖ. Landesorganisation (OsenR. Dr. Vorrath/Schlesinger/Vorstandsmitglieder), dem Österreichischen Fischereiverband (E. Hadwiger), dem Kuratorium für Fischerei, den Teich-Nachbarn Haubenberger/Zierfuß/Wieseneder/Wild-Riegler, dem NÖ. Landesfischerefrat (Dr. Öckher/DI Janisch) samt Fischereirevierverband III (Ing. Ofö. Knapp/Ing. Ofö Kraus), der Presse von ETB und NÖN (RR Fehringer Karl und Hannes, Hartmann Peter, Otto Wurzer, Frau Aigelsreiter und vorher Dir. Moser Franz), unserer Fachzeitung "Fischer in Österreich" (Schlesinger/Frey/Milik/Reutterer) und den umliegenden VÖAFV Sektionen (Krummnußbaum/Loosdorf/Amstetten/Waidhofen/Ybbs/Krems), Vereinen und Privatteichen (Neumarkt-Schlatter/Loreley-Wilhelm/Pöchlarn-Czihak-Albrecht/Moser Michael-Kendl/Schweighofer, Erlauf-Bauer Herbert/Aigner-Bodensdorf/B. Jensch-Kendl/Steinbruchteich-Dr. Lang-Fischer Alois/Mayr Franz-Rosenau/Wieseneder-Berglandforellen-Antes J.), der Wiener Allianz Versicherung (Fr. Poldi Scharner) und last not least den Erlauffischern (ÖFG) und deren Kontrollorgane, war immer schon Garant für die positiv bewertete gesellschaftliche Stellung der Sektion in der Gemeinschaft und für oft erhaltenen Unterstützungen und Hilfestellungen.

Wichtig ist auch besonders, daß unter den Vorstandskollegen der Sektion Wieselburg eine gute Kameradschaft herrscht und ein gesundes Selbstbewußtsein in die eigene Größe und Stärke Platz gegriffen hat und der Wille am Aufbau und der Vergrößerung der Sektion mitzuhelfen nach wie vor gegeben ist.

Die Sektion Wieselburg hat sich von einer der kleinsten Sektion des VÖAFV zu einer respektablen Größe gewandelt - vor allem, weil man hier noch mit Erfolg bemüht ist, mit Idealismus der Fischerei und auch dem gegenseitigen Verständnis zu dienen.

Für den VÖAFV Verein Wieselburg

Siegfried Hödl, Obmann (von 1990 bis 2015)

Stand: 1997, geringfügig ergänzt 2015.